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Diemelsee-Stormbruch – Der Tiefbrunnen in der Hege ist seit Dienstag auch offiziell wieder in Betrieb. Die Stormbrucher und Ottlarer freuen sich über wesentlich weicheres Wasser.

Schon seit ein paar Tagen rauscht es wieder durch die Leitungen, gestern wurde die neue Versorgung auch offiziell übergeben: Das Stormbrucher Wasser fließt wieder aus den Hähnen im Dorf und in Ottlar. Damit sei ein Wunsch der Einwohner in Erfüllung gegangen, sagte Bürgermeister Volker Becker.

Der Diplom-Ingenieur Michael Rempe vom Vellmarer Büro Oppermann erläuterte die Planungen und die Arbeiten. Im November 2011 musste der Stormbrucher Hochbehälter stillgelegt werden, weil er marode war. Ohne ihn war auch der Tiefbrunnen nicht mehr nutzbar, obwohl er in Ordnung war.

Stormbruch wurde an den Hochbehälter am Wiggenknochen angeschlossen – doch das dortige Wasser hat den Härtegrad 14, das eigene lag bei sechs bis acht Grad. Die Einwohner wünschten sich die Rückkehr zur Selbstversorgung.

Das Ingenieurbüro legte der Gemeinde noch im November 2011 eine „Gesamtstudie“ vor. Zwei Möglichkeiten standen zur Wahl: Eine Leitung hätte den Brunnen mit dem Hochbehälter am Wiggenknochen verbinden können. Nachteil: der weiter relativ hohe Härtegrad. So kam eine Alternative zum Zuge, die noch dazu kostengünstiger ist: eine 836 Meter lange Leitung vom Brunnen zum Knotenpunkt an der Schützenhalle. Dort wird das Wasser in die Leitungen ins Dorf hinein und nach Ottlar eingespeist. Allerdings sei der Bau etwa wegen der Druckunterschiede technisch schwierig gewesen, sagte Rempe. An der Grillhütte wurde dabei ein neuer Hydrant gesetzt, um den Brandschutz zu verbessern. Aus Naturschutzgründen konnte erst im Herbst 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Der 1975 gebaute Tiefbrunnen wurde entsandet, die Technik zum Teil erneuert und die Leistung gesteigert. Da es in der Vergangenheit zu Verkeimungen gekommen war, wurde eine Ultraviolett-Anlage eingebaut.

„Es ist der richtige Weg gewesen“, sagte Becker. „Es hat hervorragend funktioniert.“ Planer und die Briloner Stadtwerke hätten nach einer Lösung gesucht. Eigentümer hätten ihre Grundstücke für die Leitungen bereitgestellt, das habe eine günstige Trassenführung ermöglicht. Die Gemeindevertreter hätten den Planungen im September 2013 zugestimmt, 2014 und 2015 wurden die insgesamt 160000 Euro Baukosten im Haushalt bereitgestellt. Plan bleibe, in zwei, drei Jahren einen zentralen Hochbehälter zu bauen.

Er könne den Wunsch nach weichem Wasser verstehen, aber es gebe nun mal unterschiedliche geologische Gegebenheiten, sagte Jörg Bettelhäuser vom Fachdienst Gesundheit der Kreisverwaltung. Der Kreis setze auf eine regionale Versorgung. Rempe sei ein „Glücksgriff“ gewesen, er habe die „Insellösung“ in die Planung gebracht, sagte Ortsvorsteher Bernd Menzel. „Ohne ihn hätten wir es nicht geschafft.“ Außerdem sei es gelungen, das Parlament von dieser Lösung zu überzeugen. Menzel lobte die gute Zusammenarbeit. „Es hat sich gelohnt.“

So groß ist die Freude der Strombrucher über die Rückkehr zum eigenen Wasser, dass sie für Samstag, 27. Juni, ein Wasserfest mit einem „Spiel ohne Grenzen“ planen. Zu trinken gibt es dabei aber auch anderes als das gute kühle Nass aus dem Tiefbrunnen in der Hege.

Quelle: WLZ (Waldeckische Landeszeitung)