Der Hafenplatz in Bad Karlshafen soll im Anschluss an die Wiederanbindung des historischen Hafens an die Weser umgestaltet werden. Hierzu ist die ARGE OPPERMANN GMBH / GTL Michael Triebswetter, Landschaftsarchitekt mit den Leistungen der Verkehrsanlagenplanung / Freianlagenplanung im Hafenumfeld beauftragt.

Im Vorfeld dieser Planungsphase sollte – im Auftrag der Stadt Bad Karlshafen und der technischen Betriebsführung (AWS GmbH) – der bestehende Kanal im Ausbaubereich auf Schäden untersucht werden.

Der Hafenplatz ist durch einen barocken Altstadtkern geprägt. Die angrenzenden Gebäude am historischen Hafen haben eine einheitliche Gebäudefront mit rückwärtig gelegenen Innenhöfen.

Die Entwässerung der Gebäude erfolgt sowohl im Misch- als auch im Trennsystem. Die zu untersuchenden Anschlusssammlerleitungen laufen durch vorhandene Innenhöfe und sind zum Teil überbaut. Der Leitungsverlauf weist auf ein historisch gewachsenes Entwässerungssystem hin.

Eine vollständige Untersuchung konnte in der Vergangenheit – aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit und der Überbauung – nicht durchgeführt werden. Der Kanalzustand sowie die Trassierung sind teilweise unbekannt.

Die Ingenieurbüro OPPEMANN GMBH aus Vellmar ist seit rund 40 Jahren für die Stadt Bad Karlshafen tätig. Zur Erstellung eines belastbaren Inspektionsplanes wurden durch das Büro Kanalbestandsunterlagen ausgewertet und das digitale Kanalkataster aktualisiert.

Eine Vermessung der Anschlussleitungskanalisation erfolgte nicht. Aber eine Befragung der Anlieger zur Leitungsführung wurde durchgeführt.

Nach Fertigstellung des Inspektionsplanes wurden durch das Ingenieurbüro OPPERMANN die Anforderungen an die Kanalreinigung und TV-Inspektion festgelegt. Eine Anfahrbarkeit des Kanalsystems mit einem Inspektionsfahrzeug in die Innenhöfe war nicht möglich. Die Zugänglichkeit war in Teilbereichen nur über private Gebäude durchführbar. Somit musste die Untersuchung mit einer kompakten Schiebekamera-Anlage erfolgen. Da der genaue Kanalverlauf nicht bekannt bzw. unsicher war, wurde die Anforderung der Rohrverlaufsmessung gestellt. Ziel war es, das Leitungssystem möglichst vollständig zu untersuchen und neue Kanalverläufe zu erfassen.

Die erforderlichen Inspektionsleistungen wurden bei verschiedenen Firmen angefragt, den Zuschlag erhielt die Firma Müller-Kanalservice aus Witzenhausen.

Die Firma Müller Kanalservice setzt – für diesen anspruchsvollen Einsatz – das Kamerasystem MiniLite des Kameraherstellers IBAK mit Map-Erweiterung für die Rohrverlaufsmessung ein.

Für die Durchführung der Untersuchung wurde der Firma Müller-Kanalservice der digitale Kanalbestand als AutoCAD-DXF-Datei und ISYBAU-Datei (Format 2006) vom Ingenieurbüro OPPERMANN zur Verfügung gestellt. Die Daten wurden in das Map-System eingelesen. Auf dieser Grundlage erfolgte in der KW 37/38 2019 die TV-Untersuchung in enger Abstimmung mit den Anliegern.

Der Kanalabschnitt konnte fast vollständig inspiziert werden. Neue Kanalverläufe sind in der Inspektionssoftware (MAP-Erweiterung) aufgezeichnet worden.

Der 3-dimensional erfasste Kanalverlauf und Kanalzustand wurde im Anschluss durch Mitarbeiter der OPPERMANN GMBH im XML-Format in die Kanaldatenbank-Software importiert und ausgewertet.

Die Ergebnisse werden in die Planung zur Neugestaltung des Hafenumfeldes einfließen.