Projekttitel

Energieeffizienzanalyse der Kläranlage Langenhagen (150.000 EW)

Auftraggeber

Eigenbetrieb Stadtentwässerung Langenhagen

Projektlaufzeit

April 2013 – Februar 2014

Projektbeschreibung

Die energetische Optimierung der Kläranlagen kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der sich zunehmend anspannenden Lage in dem Bereich der Energieversorgung leisten. Im kommunalen Bereich sind Kläranlagen oftmals einer der größten Einzelverbraucher und liegen in Zeiten steigender Energiekosten und wachsender Verantwortung zum ressourcenschonenden Umgang mit Energie im Fokus für Maßnahmen zur Effizienzsteigerung.

Den Betreibern von Kläranlagen bietet sich gerade heute die Möglichkeit, im kommunalen Umfeld Akzente zu setzen hinsichtlich eines verantwortlichen Umgangs mit dem Thema Energie. Die oft gedankenlose Verschwendung von Energie ist nicht nur mitverantwortlich für die zunehmende Belastung unseres Klimas, sie kostet den Verbraucher auch unnötig Geld.

Daraus resultiert das Gebot, wo immer möglich Energie zu sparen beziehungsweise Energieressourcen besser auszunutzen.
Dazu hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Arbeitshilfe zur Verbesserung der Energieeffizienz von Abwasseranlagen erarbeitet, um Betreibern und Planern einen einheitlichen Standard für die Durchführung von Effizienzanalysen zur Verfügung zu stellen und eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) hat mit dem Arbeitsblatt A 216 („Energiecheck und Energieanalyse – Instrumente zur Energieoptimierung von Abwasseranlagen“, 2015) und dem „Leitfaden für das Betriebspersonal – Senkung des Stromverbrauchs auf Kläranlagen“ (3. Auflage, 2014) Grundlagen für die Erstellung einer Energieanalyse erstellt.

Weiterhin sind Unterlagen des Bundesumweltamtes sowie aus Ministerien der Länder Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vorhanden.

Für die energetische Bewertung wird eine Verbrauchermatrix mit dem Stromverbrauch der (wesentlichen) Einzelverbraucher aufgestellt und mit sogenannten Ziel- und Toleranzwerten (bzw. optimale Werte und Wertebereich) verglichen. Soweit sich dabei Abweichungen nach oben ergeben oder anderweitige Hinweise auf Einsparpotenzial hindeuten, muss untersucht werden, mit welchen technischen oder organisatorischen Maßnahmen eine Verbrauchssenkung oder Effizienzverbesserung möglich ist.

Nach der Auswertung der Bestandsunterlagen (Betriebstagebücher, Antriebslisten etc.) mit Plausibilitätsprüfung und Anlagenbegehung erfolgt eine Beurteilung des Bestands aus verfahrenstechnischer Sicht. Im nächsten Schritt werden eine energetische Betrachtung (Grob-Analyse oder auch Energiecheck) und eine erste Beurteilung der Anlage im Vergleich zu den Ziel- und Toleranzwerten durchgeführt. Im Anschluss an eine Feinanalyse wird dem Auftraggeber ein erster Maßnahmenkatalog vorgestellt.

Nach Festlegung der näher zu betrachtenden Maßnahmen werden Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen aufgestellt. Im abschließenden Erläuterungsbericht werden die Ergebnisse zusammengestellt.

Die Kläranlage Langenhagen hat eine Ausbaugröße von 150.000 EW. Die für die energetische Betrachtung maßgebende mittlere Belastung im Zulauf beträgt etwa 120.000 EW. Der ermittelte spezifische Gesamtstromverbrauch liegt mit 25 kWh/(EWBSB*a) bzw. 29 kWh/(EWCSB*a) bereits in einem ordentlichen Bereich. Weniger als ein Drittel der Vergleichsanlagen können einen geringeren spezifischen Stromverbrauch vorweisen. Dennoch konnte Verbesserungspotenzial gefunden werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden in Maßnahmenpaketen in Abhängigkeit der Wirtschaftlichkeit gebündelt.

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