Projekttitel

Gewässerentwicklungskonzept Geilebach, Kassel – ST Jungfernkopf

Bauherr

KASSELWASSER, Eigenbetrieb der Stadt Kassel

Ingenieurleistungen

Leistungsphase 5 bis 8 nach HOAI und Örtliche Bauüberwachung

Bauzeit

September 2014 bis Dezember 2014

Baukosten

295.000 € (brutto)

Projektbeschreibung

Um dem Gewässer Raum für eine gelenkte eigendynamische Entwicklung zu geben und den Eintrag von Feinmaterial aus den im Süden liegenden landwirtschaftlichen Flächen zu vermindern, liegt der Geilebach abschnittsweise  aus der Talrandlage heraus in der Auenfläche.

Innerhalb dieses Entwicklungskorridors wird eine eigendynamische Entwicklung des Gewässers zugelassen und durch strukturbildende Maßnahmen gefördert.

Durch wechselseitiges Einsetzen von Störsteinen und Einbindung von Totholzelementen wird ein leicht mäandrierendes Fließbild gefördert.

Das neu geschaffene Gewässerbett ist dem Leitbild entsprechend ausgebildet und mit einer Niedrigwasserführung ausgestaltet.
Der Anschluss an das vorhandene Gewässerbett findet im Osten über eine aufgelöste raue Rampe mit Riegeln und Störsteinelementen bei einer Neigung von ca. 1:30 statt.

Innerhalb des Entwicklungskorridors ist die natürliche Sukzession auf Rohboden zugelassen, nur in Teilbereichen fand eine Initialpflanzung von Ufergehölzen (Weidensteckhölzer) statt.

Das alte Bachbett ist abschnittsweise verfüllt. Die bestehenden Ufergehölze blieben erhalten. Nicht verfüllte Abschnitte sind nach Norden hin aufgeweitet und entwickeln sich zu dauerfeuchten Geländemulden bzw. Kleintümpeln. Hierdurch wirkt man dem Verlust hochwertiger feuchter bis nasser Auenstandorte entgegen.

Zur Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit für Fische und Wirbellosenfauna entfernte man die künstlichen Ufer- und Sohlbefestigungen und ersetzte – wo erforderlich – durch Steinschüttungen/Totholzmaterial.

Die lagemäßig unveränderten Gewässerabschnitten außerhalb von Zwangspunkten beinhalten, in erster Linie sowohl längs als auch quer durch das Entfernen der vorhandenen Sohl- und Uferbefestigungen, eine Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit.
Als Ersatz der Wirtschaftswegebrücke und beibehalt des vorhandenen Abflussquerschnittes dient ein Rahmenprofil in Fertigteilbauweise.

Zur Sicherstellung der Durchgängigkeit und einer variierenden Sohlstruktur unter der Wirtschaftswegebrücke ist auf der Sohle eine ca. 20 cm bis 25 cm starke Steinschüttung mit unterschiedlichen Steingrößen aufgebracht und zur Sicherstellung ausreichender Wassertiefen im Sommer mit einer Niedrigwasserrinne ausgeformt.

Durch den nach Norden verlegte Fuß- / Radweg erhöht sich die Erlebbarkeit der Aue.
Zur direkten Erlebbarkeit des Gewässers im naheliegenden Siedlungszusammenhang sind direkte Zugangsmöglichkeit zum Bach geschaffen.

Neben dem Fuß-/Radweg stehen Bänke, welche zum Verweilen einladen und die Blickbeziehung auf die Aue betonen. Um diese Blickbeziehung langfristig zu erhalten, wird nördlich der Gewässerbettverlegung eine natürliche Sukzession zugelassen, jedoch langfristig die Aue offen gehalten.

Bilder