Projekttitel

Kanalsanierung im Close-Fit-Verfahren Trinkwasserschutzgebiet Zone II in Burgwald – Bottendorf

Bauherr

Gemeinde Burgwald

Ingenieurleistungen

Leistungsphase 3, 5 bis 9 nach HOAI und Örtliche Bauüberwachung

Bauzeit

Juli 2012 bis November 2012

Baukosten

60.000 € (netto)

Projektbeschreibung

Die Auswertung einer durchgeführten Kanalbefahrung mit einer TV-Kamera im Ortsteil Bottendorf ergab, dass der in der Trinkwasserschutzzone II verlaufende Mischwasserkanal schadhaft ist.

Die zuständige Wasserbehörde forderte die Gemeinde Burgwald auf, die Kanalschäden zu beseitigen.

Grundsätzlich muss in der Trinkwasserschutzgebietszone II ein doppelwandiges Rohrsystem vorhanden sein, wobei die Prüfung der Dichtigkeit des Medienrohres und des Mantelrohres gewährleistet werden muss. Diese Anforderungen erfüllte das Kanalsystem nicht.

Da es sich bei den zu sanierenden Haltungen um einen Endstrang handelt und dieser ausschließlich häusliches Abwasser ableitet, stimmte die Wasserbehörde einer geschlossenen Kanalsanierung im Close-Fit-Verfahren zu.

Verfahrensbeschreibung:

Es wird ein PE-HD-Rohr unter Wärmezufuhr werksseitig als C-Profil vorverformt. Dadurch verringert sich der Querschnitt des Rohres und ein grabenloser Einzug in den schadhaften Altkanal ist möglich.

Nach dem Einzug wird das vorverformte PE-HD-Rohr mittels Dampfzufuhr erwärmt. Durch diese Temperaturerhöhung nimmt das Rohr seine ursprüngliche runde Form wieder an. Dieses Verhalten des PE-HD-Rohres nennt man “Memory-Effekt”, d. h. der Rohrwerkstoff „erinnert“ sich an seine ursprüngliche runde Form.

Durch den Einzug des PE-HD-Rohres gelingt es, ein statisch eigenständiges, belastbares, muffenloses, doppelwandiges Rohr-in-Rohr-System zu schaffen, wobei eine Überprüfbarkeit des Mantelrohres (Altkanal) nicht mehr möglich ist, da das rückverformte PE-HD-Rohr eng an der Wand des Altkanales anliegt.

Das eingezogene PE-HD-Rohr hat die Qualität eines neuverlegten Rohres.

Zur Überprüfbarkeit der Dichtheit der Zuleitungskanalisation ist auf dem Hauptkanal ein PE-Schacht als Endpunkt des Zuleitungskanales geschaffen worden. Die PE-Schächte wurden mit dem eingezogenen PE-HD-Rohr verschweißt.

Ein weiterer Vorteil dieses Sanierungsverfahrens – im Vergleich zum konventionellen Schlauchliningverfahren – ist der Verzicht von Harzsystemen, die zur Aushärtung des Trägermaterials des Schlauchliners eingesetzt werden. Durch den Verzicht der Harze wird eine mögliche Gefährdung des Grundwassers vermieden.

Technische Angaben:

  • Sanierte Haltungslänge:    115 m
  • Nennweite Altkanal:    DN 300

Neubau von 3 PE-Schachtbauwerken auf dem Hauptkanal als Revisionsöffnung für die Zuleitungskanalisation

Bilder