Projekttitel

Verbesserung der Reinigungsleistung in der Kläranlage Kirchbauna

Bauherr

VAH Baunatal-Schauenburg

Ingenieurleistungen

LPH 2-9, örtliche Bauüberwachung

Bauzeit

Sep.- Nov. 2017

Projektbeschreibung

Im Zuge der Umsetzung der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit ihren verschärften Anforderungen an die Reinigungsleistung von Kläranlagen, galt es, die im Baunataler Stadtteil Kirchbauna gelegene Kläranlage zu optimieren.

Sie verfügt über zwei Nachklärbecken, in denen sich nach der biologischen Reinigung die Feststoffe absetzen, bevor das gereinigte Abwasser dem Vorfluter Bauna zugeführt wird.

Durch die zuständige Wasserbehörde wurden die Anforderungen an die Reinigungsleistung hinsichtlich des Parameters Gesamtphosphor (Pges) verschärft. Da die geforderten Werte mit der vorhandenen chemischen P-Fällungsanlage nicht sicher eingehalten werden konnten, gab es in diesem Bereich Handlungsbedarf.

Gerade die Leistungsfähigkeit der Nachklärbecken entscheidet mit darüber, ob ein nun deutlich niedrigerer Einleitgrenzwert Pges eingehalten werden kann oder nicht. Die konstruktive Ausbildung von Einlaufbauwerken kann die Ablaufwerte beeinflussen. Die Untersuchungen des Ingenieurbüros OPPERMANN zeigten auf, dass die gegebenen hydraulischen und baulichen Bedingungen verbesserungswürdig waren. Die vorhandenen Mittelbauwerke weisen ein geringes

Volumen, kleine Querschnitte der Eintrittsöffnungen (Stengeleinläufe) mit Pralltellern auf.

Die im Mittelbauwerk gebildeten Flocken werden daher mit vergleichsweise hoher Geschwindigkeit in das Becken geleitet, um dann an den Pralltellern zerstört zu werden. Die Bildung eines sogenannten Flockenfilters wird behindert, sodass in Folge vermehrt Flocken in den Ablauf der Anlage gelangen und somit partikulär gebundener Phosphor die Ablaufqualität beeinträchtigt.

Die Fachleute des Ingenieurbüros OPPERMANN schlugen vor, die vorhandenen Einlaufbauwerke durch Nachrüstung von Edelstahlhauben zu ertüchtigen. Durch diese Maßnahme erhöht sich die

Aufenthaltszeit des Belebtschlammes im Einlaufbauwerk und unterstützt so die gewünschte Flockenbildung.

Darüber hinaus wurden die Prallteller entfernt und der Einlaufdüker gekürzt. Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung des Schlammes sowie eine niedrige Eintrittsenergie auf dem Weg vom Mittelbauwerk in die Haube zu erzeugen, war es notwendig, die vorhandenen Einlaufquerschnitte vom Mittelbauwerk in die Eintrittshaube durch zusätzliche Öffnungen zu vergrößern.

Im Zuge der Umbaumaßnahmen sollten auch Teilbereiche des Füllbetons im Einlaufbauwerk entfernt werden, um den Einlaufdüker zu kürzen. Bei der Ausführung zeigte sich jedoch, dass der gesamte Füllbeton aufgrund seiner Konsistenz entfernt werden musste.

Um Schlammablagerungen im zukünftigen Betrieb zu vermeiden, wurde neuer Füllbeton eingebaut. Ferner wurde die vorhandene chemische P-Fällungsanlage erweitert. Die getätigten Investitionen können mit der Abwasserabgabe, die durch den Anlagenbetreiber zu zahlen ist, verrechnet werden.

Gemäß dem Arbeitsbericht „Einlaufbauwerke von Nachklärbecken“ erbrachte das Ingenieurbüro OPPERMANN für die gewählte Dimensionierung der Eintrittshaube den rechnerischen Nachweis.

Zeitgleich zur Ertüchtigung der Nachklärbecken wird durch das Ingenieurbüro OPPERMANN die in die Jahre gekommene Faulgasspeicherung/-behandlung erneuert. Neben einem neuen Gasspeicher mit einem Volumen von  600 m³ erhält die Kläranlage eine neue, aus Kondensatabscheidung, Siloxanentfernung und Gasdruckerhöhungsanlage bestehende Faulgasreinigung sowie eine Gasfackel.

Bilder