Projekttitel

Umsetzungskonzeption für WRRL-Strukturmaßnahmen und Leitfadenbetrachtung am Gewässer Solz

Auftraggeber

Regierungspräsidium Kassel, Abteilung III – Umwelt und Arbeitsschutz

Projektlaufzeit

November 2014 – November 2015

Projektbeschreibung

Im Oktober 2000 wurde durch das Europäische Parlament die Richtlinie 2000/60/EG zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich Wasserpolitik (kurz: Wasserrahmenrichtlinie), die durch das Wasserhaushaltsgesetz in nationales Recht umgesetzt wurde, verabschiedet.

Nach diesen Vorschriften sind die Oberflächenwasserkörper so zu schützen, zu verbessern bzw. zu sanieren, dass die Oberflächengewässer bis zum Ende des Jahres 2015 einen guten ökologischen Zustand erreichen.

Zur Umsetzung der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie wurden im Jahr 2009 ein Bewirtschaftungsplan, in dem die zu betrachtenden Gewässer und die angestrebten Ziele dargestellt sind, sowie ein Maßnahmenprogramm mit der Festlegung auszuführender Maßnahmen zur Verbesserung des Gewässerzustandes für die Jahre 2009 bis 2015 aufgestellt. Da in zahlreichen Oberflächengewässern der angestrebte gute ökologische Zustand bis zum Ende des Jahres 2015 noch nicht erreicht worden ist, wird das Land Hessen die beiden folgenden Bewirtschaftungsperioden 2015 bis 2021 und 2021 bis 2027 in Anspruch nehmen und hat den Bewirtschaftungsplan als auch das Maßnahmenprogramm überarbeitet. Der Bewirtschaftungsplan 2015 – 2021 ist Ende 2015 nach erfolgter Überarbeitung veröffentlicht worden.

Die Solz, ein überwiegend grobmaterialreicher karbonatischer Mittelgebirgsbach mit einem etwa 91,5 km² großen Einzugsgebiet, verläuft durch die Gemeinden Eiterfeld, Schenklengsfeld, Friedewald und Bad Hersfeld in Nordhessen. Das Gewässer ist durch punktuelle und diffuse Einleitungen sowie durch strukturelle Beeinträchtigungen so stark belastet, dass der durch die europäische Wasserrahmenrichtlinie geforderte gute ökologische Zustand nicht erreicht wird. Eine besondere Belastung des Unterlaufs der Solz stellt die indirekte Einleitung von Salzabwässern aus der Kaliindustrie in den Breitzbach und in die Solz dar.

Die obere Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Kassel greift mit dem „Gewässerberatungsprojekt Solz“ den Ansatzpunkt auf, Planung und Beratung über Gemeindegrenzen hinweg zu fördern. Aufgabe des Projektes ist eine Erfassung und Bewertung der strukturellen und stofflichen Belastungen der Solz. Die Analyse der Defizite soll als Grundlage für die Erstellung einer Umsetzungskonzeption für WRRL-Strukturmaßnahmen und für die Planung von Maßnahmen zur Verringerung der punktuellen Belastungen dienen.

Gemäß dem Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der WRRL besteht ein Bedarf zur Sachverhaltsaufklärung, wenn ein Gewässer den guten ökologischen Zustand noch nicht erreicht hat und nicht bekannt ist, ob kommunale Abwassereinleitungen hierfür ursächlich sind.

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat einen „Leitfaden zum Erkennen ökologisch kritischer Gewässerbelastungen durch Abwassereinleitungen“ (kurz: „Leitfaden Immissionsbetrachtung“) erstellt, der für das Gewässer Solz und die wesentlichen Nebengewässer Gewässerberatungsprojektes erstmals im Zuge eines größeren Projektes zur Anwendung kam.

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