Projekttitel

Regenrückhaltebecken mit vorgeschalteter Regenwasserbehandlung, RRB West, GWG Langes Feld, Kassel – Niederzwehren

Bauherr

KasselWasser, Eigenbetrieb der Stadt Kassel

Ingenieurleistungen

Leistungsphase 1 bis 9 nach HOAI und Örtliche Bauüberwachung

Bauzeit

September 2015 bis August 2016

Baukosten

rd. 5,5 Mio. € (brutto)

Projektbeschreibung

Zur Behandlung und Rückhaltung des anfallenden Regenwassers aus dem 1. Bauabschnitt des Gewerbegebietes „Langes Feld“ wird an der nord-westlichen Bebauungsplangrenze direkt an der geplanten Erschließungsstraße I das „Regenrückhaltebecken West“ mit vorgeschalteter Regenwasserbehandlung errichtet.

Die vorgeschaltete Regenwasserbehandlung (Teilstromanlage) dient in seiner Hauptfunktion als Sedimentationsbecken und Leichtstoffabscheider. Über einen Zulaufsammler DN 1400 wird das anfallende Regenwasser im Beckenüberlauf gedrosselt und dem 25 m langen und 7 m breiten Regenklärbecken zugeleitet. Bei größeren Wassermengen wird das Regenwasser abgeschlagen und direkt dem Rückhaltebecken zugeleitet. Die Bauwerke für die Regenwasserbehandlung werden als geschlossene, teilweise überfahrbare Bauwerke in Ortbetonbauweise hergestellt. Zur Sicht- und Funktionskontrolle sind großzügig gestaltete, gitterrostabgedeckte Einstiegsdome vorgesehen. Im Regenklärbecken selbst befinden sich oberhalb des Dauerstaus entsprechende Wartungsebenen.

Das Regenrückhaltebecken wird in erdbauweise hergestellt. Zur natürlich wirkenden Einpassung in das vorhandene Landschaftsbild werden flache Böschungsneigungen mit n=1:4 gewählt. Zur Gewährleistung der dauerhaften Dichtigkeit wird das ca. 100 m lange und 24 m bis 33 m breite Becken wird mit einer geosynthetischen Tondichtungsbahn (Bentonitmatten) gedichtet. Das Nutzvolumen beträgt ca. 3.100 m³.

Die Gestaltung des südlichen Beckenteils vereint konstruktives Nutzvolumen mit Integration landschaftspflegerischer Belange. So werden ca. 500 m² Feuchtbrach-Flächen und ca. 100 m² Kleingewässer im Dauerstau mit entsprechender Vegetation umgesetzt. Diese Flächen werden durch das unmittelbar angrenzende Durchlaufgerinne auch bei kleineren Regenabflüssen beschickt und somit gegen Austrocknung geschützt.

Die Drosselung des Regenrückhaltebeckens erfolgt über einen schwimmergesteuerten Abflussregler. Der Drosselabfluss beträgt 230 l/s. Um bei extremen Regenereignissen eine Beschädigung des Dammes durch unkontrollierte Überströmung auszuschließen, wird an der Westseite des Beckens eine ca. 18 m lange Dammscharte als Notüberlauf errichtet.

Der gedrosselte Beckenabfluss wird über einen 280 m langen Regenwasserkanal DN 400 in Richtung Eselsgraben abgeleitet. Der Regenwasserkanal verläuft in der Erschließungsstraße I, parallel der Straße wird das Überlaufwasser über einen Ablaufgraben ebenfalls dem Eselsgraben zugeleitet.

Wir danken an dieser Stelle unserem Auftraggeber KasselWasser für die sehr konstruktive Zusammenarbeit.

Bilder