Wasserversorgungsstudie Gemeinde Willingen

Konzeptionelle Untersuchung zur Gestaltung der zukünftigen Wasserversorgung 2030

Auftraggeber

Gemeinde Willingen (Upland)

Bauzeit

August 2010 – November 2012

Projektbeschreibung

Die Gemeinde Willingen (Upland) (rd. 7.600 Einwohner) und der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Upland betreiben 10 Speicheranlagen mit einem Volumen von 7.250 m³, 3 Tiefbrunnen, 18 Quellen, 6 Druckerhöhungsanlagen und Pumpwerke sowie diverse Sonderbauwerke und rd. 102 km Wasserverteilungsnetz (ohne Hausanschlußleitungen), welche zur Versorgung der Bevölkerung und der Touristen (rd. 1,1 Mio Übernachtungsgäste pro Jahr) sowie Landwirtschafts- und Gewerbebetrieben dienen.

Die Besonderheit bezüglich der Wasserversorgung besteht in den extrem schwankenden Abnahmen durch den Fremdenverkehr, da Willingen hinsichtlich der Fremdenverkehrsintensität an der Spitze des Bundeslandes Hessen und deutschlandweit zu den fünf übernachtungsstärksten heilklimatischen Kurorten zählt. Dadurch sind z.B. an den Wochenenden, in der Urlaubszeit und bei Events wie z.B. Weltcup-Skispringen, WDR 4-Festival, Silvester etc. die Netzabnahmen um ein vielfaches höher als z.B. in der Woche oder im November mit wenig Fremdenverkehr. Aufgrund von rückläufigen Quellschüttungen mit starken Schwankungen, insbesondere in entnahmestarken Zeiten (stark niederschlagsabhängig), ist eines der Hauptziele, die Wasserbeschaffung auf den Prüfstand zu stellen und neu zu ordnen um zu jeder Zeit ausreichend Trinkwasser in einwandfreier Trinkwasserqualität für alle Ortsteile zur Verfügung zu stellen.

Die fortlaufende Entwicklung der letzten Jahre und die weiter steigernden Anforderungen an die Wasserversorgungsanlagen haben die Gemeinde Willingen dazu veranlasst, im Hinblick auf eine Gesamtbetrachtung aller Wasserversorgungsanlagen und Wasserbeschaffungsmöglichkeiten die bisherigen Teilentwürfe und Studien fortzuschreiben, zu erweitern und zu ergänzen.

Ziel war es zu klären, wie zukünftig die Schwerpunkte für Investitionen und Instandsetzungen zu setzen sind und welche Möglichkeiten sich aus einer ggf. veränderter Wasserbeschaffung und dem veränderten Anlagenbetrieb ergeben.

Zur Sicherstellung der Zukünftigen Wasserversorgung lassen sich, aus den Untersuchungsergebnissen folgenden Maßnahmen Ableiten:

  • Lösungsfindung und Prüfung einer möglichen Aktivierung verschiedener Quellen
  • Kontaktaufnahme und Gespräche bezüglich anderweitiger Wasserbeschaffung aus Nachbargemeinden
  • Planung und Bau von Pumpwerken zur Entlastung stark frequentierter Anlagen
  • Umbau eines Versorgungsgebietes einschließlich neuer Leitungen
  • Erhöhung der Versorgungssicherheit einzelner Ortsteile
  • Bau eines neuen HB zur Entlastung und Erhöhung der Versorgungssicherheit
  • Sanierung verschiedener Hochbehälterstandorte
  • Erneuerung diverser Verbindungsleitungen und Leitungsabschnitte

Um die Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten kommt neben der schrittweisen Erreichung des Endausbaus der Sicherung des baulichen Bestandes eine besondere Bedeutung zu.

Geschätzte zukünftige Investitionskosten bis 2023

Rd. 5,1 Mio. €

Jährliche Investitionskosten allein aus Instandhaltung

Wassernetz rd. 106.000 €/a
Sonderbauwerke rd. 100.000 €/a

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