Die Stadtwerke Bad Nauheim (SWBN) planen zur nachhaltigen Sicherung der Trinkwasserversorgung und im Rahmen des städtischen Klimaschutzkonzeptes den Ersatzneubau eines Trinkwasserhochbehälters am Standort Bad Nauheim. Übergeordnetes Ziel stellt dabei die CO2-Neutralität des zukünftigen Behälters dar. Auf Grundlage einer vorangegangenen Machbarkeitsstudie (LPH 1 & 2) haben sich die SWBN für die Ausführung eines erdüberdeckten Betonbehälters in Ortbetonbauweise entschieden.
Der neue Behälter soll zukünftig die bestehenden HB Goldstein und HB Ost ersetzen, die baulich und betrieblich abgängig sind.
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für den zukünftigen Trinkwasserbehälter einschließlich der Anschlussleitungen erarbeitet. Neben der Grundleistungen der HOAI (LPH 3&4) mussten dabei auch die Vorgaben der ZUG GmbH berücksichtigt werden.

Darüber hinaus wurden folgende besondere Leistungen nach HOAI erbracht:
-Landschaftspflegerischer Begleitplan und artenschutzrechtliches Gutachten
-Umweltverträglichkeitsprüfung
-Baugrundgutachten
-Klärung der Kampfmittelfreiheit


Ziel der Maßnahme ist es, dauerhaft einen sicheren, hygienisch einwandfreien und ressourcenschonenden Betrieb der Wasserversorgungsanlage zu gewährleisten und gleichzeitig die für die Stadt formulierten energie- und klimapolitischen Ziele für eine CO2-arme Versorgung zu erfüllen. Durch den Neubau als Ortbetonbehälter werden höchste Anforderungen an Dichtheit, Hygiene und Werkstoffe erfüllt, sodass eine langlebige, wartungsarme und betriebssichere Lösung entsteht.


Der neue Hochbehälter wird als erdüberdeckter Stahlbeton-Ortbetonbau mit zwei vollständig getrennten, runden Wasserkammern und einer dazwischen liegenden zweigeschossigen Schieberkammer ausgeführt. Die runde Form, die konsequente Trennung der Kammern und die strömungsgünstige Anordnung von Zu- und Ablauf gewährleisten eine sehr gute Durchströmung ohne Stagnationsräume und ermöglichen Wartung bei laufendem Betrieb. Der Behälter wird aus wasserundurchlässigem, trinkwasserzugelassenem Beton hergestellt, sodass im Regelfall keine zusätzliche Innenbeschichtung notwendig ist.
Sämtliche wasser- und luftführenden Anlagen sind nach DVGW W 300 und W 270 ausgelegt.
Hervorzuheben ist die Kombination aus hydraulisch optimierter Höhenlage und modernem Energiekonzept: Der Behälter arbeitet im freien Gefälle ohne Pumpbetrieb und wird über eine am Standort installierte Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher bilanziell CO₂-neutral betrieben.
Durch die erdüberdeckte Bauweise, eine Holzfassade der sichtbaren Schieberkammer und naturnahe Böschungs- und Fassadengestaltung fügt sich das Bauwerk gut in das Landschafts- und Naherholungsgebiet am Goldsteinpark ein.
